Wildfire

Wildfire @ Kolmarden

Auch hier muss man das Fazit mal wieder vorweg nehmen: Der absolute Wahnsinn! Was Kolmarden von Rocky Mountain Coanstruction hat bauen lassen, ist fast unbeschreiblich.

Der Bau

Die konkreten Planungen für und der Bau von Wildfire dauerte rund 3 Jahre. Dies ist aber auch bei dem Blick auf das dortige Gelände nicht weiter verwunderlich. Dieses ist extrem felsig, und die Löcher für die Fundamente mussten teilweise in den Felsen reingesprengt werden. Ausserdem sind extreme Höhenunterschiede vorhanden.

Allerdings gab es bei dem Bau auch Probleme. So wurde zum einen für eine Zeit lang die Baugenehmigung aufgehoben. Es dauerte einige Wochen, bis diese wieder gültig war. Zum anderen hatte RMC die Rückhaltesysteme seiner Züge mit neuen Zylindern ausgestattet. Wenige Tage vor der Eröffnung wurde festgestellt, dass diese nicht den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen entsprachen.

Aufgrund dieser Probleme konnte der eh schon spät genannte Eröffnungstermin (18.06.2016) auf den 28.06.2016.

Das Setting

Wie schon oben kurz beschrieben, ist das Areal, in dem Wildfire errichtet wurde, hügelig und felsig. Aber Kolmarden hat grossen Wert darauf gelegt, die Bahn so weit es geht in das vorhandene Terrain einzubinden. Dieses ist dem Park zumindest im unteren Teil sehr gut gelungen. Für den Lifthill und die ersten beiden Elemente das Gelände dann aber doch nicht hoch genug.

Die Station ist als antiquiertes Sägewerk gethemt und wirkt sehr stimmig.

Die Fahrt

Nachdem man sich mit Gurt und Beckenbügel samt (zumindest bei meiner Grösse nicht störenden) Beinpolster gesichert hat, verlässt der Zug die Station und fährt über eine Rechtskurve hinauf auf den Lift. Der Zug hakt sich etwas stockend in die Kette ein und wird dann sanft auf den höchsten Punkt der Bahn gezogen. Oben angekommen geht es über eine enge 360-Gradkurve auf den First Drop zu. Bis zu diesem Punkt kann man sich noch einen schönen Blick über die Marine World, die riesigen Tiergehege und den in Blickrichtung liegenden Fjord verschaffen.

Bevor es den First Drop hinab geht, geht es über eine kleine Kuppe. Hier nimmt der Zug sehr schnell an Geschwindigkeit zu und reisst den Zug über die Kuppe hinweg. In den vorderen Reihen kann man die Hangtime nach vorne geniessen, in den hinteren Reihen geht der Kontakt zum Sitz bereits hier für mehr als 1 Sekunde verloren.

Nachdem man den tiefsten Punkt des 56m hohen Drops erreicht hat, geht es über einen leichten Rechtsschwenk hinein in die Zero G Stall, meiner Meinung nach eines der besten Elemente, die man auf einer Achterbahn verbauen kann. Während man in den vorderen Reihen noch durchaus auf die Sitzfläche gepresst wird, schwebt man in den hinteren Reihen förmlich durch die Formation, und man hat zeitweise weder Kontakt zur Sitzfläche, noch zum Bügel.

Die Ausfahrt der Zero G Stall schwenkt nach links hinein in das mir namenlose Element. Der Zug dreht sich um 90 Grad um die eigene Achse nach rechts und durchfährt praktisch auf der Seite liegend einen Airtime-Hügel. Hier wirken die Kräfte vom Boden des Zuges weg, so dass es den Körper aus dem Sitz reisst. Die Ausfahrt ist eine extrem schnelle Linkskurve hinein in den Teil hinter dem Lift.

Hier folgen ein paar kleinere Bunnyhumps, wiederum gepaar mit extremer Airtime, eine Rechtskurve und hinein in die erste Zero G Roll. An die in diesen Elementen auftretende Airtime ist dank der hohen Geschwindigkeit nicht zu denken.

Die Zero G Roll endet in einer Abfahrt zu dem tiefsten Punkt der Bahn. Vorbei an der bei unserem Besuch zum Glück leeren Warteschlange schlängelt sich der Zug durch diverse Kurven zurück zur Station, vollführt hier noch einen Richtungswechsel und jagt in die zweite Zero G Roll hinein. Aufgrund der inzwischen etwas langsameren Geschwindigkeit ist hier ein wenig Hangtime zu spüren.

Es folgt eine weitere Wende und ein kleiner Hügel auf einem Felsvorsprung, danach geht es wieder in Richtung Station und in die Schlussbremse. Über die 180-Gradkurve gelangt man dann wieder in die Station.

Fazit

Das kurze Fazit steht ja schon oben. Das etwas längere Fazit muss man definitiv teilen. Wer auf eine rasante Fahrt mit nettem Ausblick und einer (stark untertrieben ausgedrückt) gemässigten Airtime steht, sollte sich seinen Platz in den vorderen Reihen suchen. Wer auf brachiale Airtime und "in der Leere schwebende" Momente steht, ist definitiv in der letzten Reihe am besten aufgehoben. Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: Wildfire ist in jeder Reihe ein Monster in Sachen Achterbahnen und gehört ab sofort definitiv in die höhere Region der Top Ten meiner nicht gerade kurzen Liste der von mir gefahrenen Achterbahnen.

Was ich persönlich sehr genial fand, auch wenn es sicherlich nicht so gewollt ist, ist das Fahrgeräusch des Zuges. Es handelt sich dabei um ein nicht unangenehmes Quietschen, welches schon fast wie ein durchdringender Schrei klingt. Dieses ist besonders in der Kurve vor dem First Drop zu hören.

Eine Sache bleibt aber unverständlich: Der Grund für die Errichtung. Es gibt zwar -speziell für Kinder- diverse Fahrgeschäfte im Park, aber aktuell ist Kolmarden zu schätzungsweise 95% noch immer ein Zoo. Die Absicht, auch andere Zielgruppen zu erreichen, ist durchaus nachvollziehbar. Aber dass man sich dafür gleich eine Thrill-Maschine der Oberklasse in den Park gestellt hat, war doch sehr verwunderlich. Aber uns hat es gefreut, und das Ziel hat der Park ja erreicht, wir sind extra wegen Wildfire für 1 Tag angereist.

Dank an Kolmarden

Einige der unten gezeigten Bilder stammen aus Bereichen, die für den Normalbesucher nicht zugänglich sind. Daher möchten wir uns sehr herzlich bei der Parkleitung und der Presseabteilung dafür bedanken, dass uns ein Rundgang um die Bahn möglich gemacht wurde.

Nachtrag Oktober 2016: Vorerst closed ...

Ein Gericht hat im Nachhinein die Baugenehmigung für ungültig erklärt. Daher musste Wildfire erst einmal schliessen. Bleibt zu hoffen, dass bis zum Beginn der Saison 2017 ein Kompromiss zwischen dem Park und den Behörden / Gerichten gefunden wird.

Nachtrag Juni 2017: Einigung erfolgt

Seit dem 19.06.2017 darf Kolmarden Wildfire wieder in Betrieb nehmen. Und seit diesem Tag dreht sie auch fleissig ihre Runden. Schön für alle, dass da eine Einigung gefunden wurde.

Juli 2016 - Olli

Die Daten

Hersteller / Typ Eröffnet Länge Höhe Speed Inversionen
Rocky Mountain Construction / Hölzern geplant 2016 1.300 m 57 m 113 km/h 3

 

Die Bilder

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